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Mein Brustkrebstagebuch Brustkrebs Tagebuch

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2013: aktuelle Einträge sind hier zu finden
http://brustkrebstagebuch.blog.de/


18. April 2012
Von Mai 2011 bis jetzt, hatte ich eine eigene Homepage.

Die Erklärung für das Verschwinden meiner Homepage steht im Eintrag vom 18.04.2012.

Allen die hier nun neu dazu kommen, fehlt jetzt sozusagen ein Jahr in meinem Blog. Die Einträge dieses fehlenden Jahres kann man bei mir als PDF bekommen.

Ich will mit meinen Einträgen niemanden ärgern oder sonst irgendetwas schräges.
Das ist MEIN Brustkrebstagebuch.
Ich habe nie behauptet objektiv zu sein und ein Tagebuch muß auch nicht objektiv sein.
Ich habe keinerlei Veranlassung zu erklären, was ein Tagebuch für den Betroffenen bedeutet und welchen Wert das für denjenigen hat. Wer das nicht versteht, sollte erst gar nicht anfangen hier zu lesen. Wer mir schräge Absichten unterstellt sollte auch wegbleiben.
Es wird niemand gezwungen hier zu lesen !!!!
Kommentare die mir nicht passen, lösche ich kackfrech
Ich bin sehr pragmatisch, direkt, auch sprachlich und wer das nicht abkann, soll sich verpieseln und woanders glücklich werden.

Um bestimmte ältere Beiträge zu lesen, kann man sich im Kalender auf der rechten Seite zurückklicken. Einträge gab es immer an den eingefärbten Tagen. Einfach draufklicken und der entsprechende Eintrag wird dann angezeigt.

Hier klicken zum Eintrag vom 18.04.12

Hier klicken zum ersten Eintrag Okt.2006

Hier klicken zum ersten Eintrag 2007
Hier klicken zum ersten Eintrag 2008
Hier klicken zum ersten Eintrag 2009
Hier klicken zum ersten Eintrag 2010
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HALLÖCHEN;

Ich schreibe hier seit der Brustkrebsdiagnose im okt. 2006. Aber auch ansonsten ist bei mir immer was los und es macht nicht viel Sinn hier mal nur zwei oder drei Einträge zu lesen. Um einigermassen Durchblick zu haben was bei mir so alles abgeht, sollte man schon mehr lesen.

06.2010 Metastasen
Ab jetzt gelte ich als unheilbar.......
Ich bin aber nicht bereit, mir meine restliche Lebenszeit vom Krebs vermiesen zu lassen und werde die mir verbleibende Zeit so oft wie möglich positiv nutzen.
Ich werde ganz sicher nicht den Kopf hängen lassen und meine Zeit mit Jammern oder Klagen verplempern.
Jammern und Klagen sind nicht mein Ding, eher Fluchen und Schimpfen. Ich versuche die Situation so zu nehmen wie sie ist und für mich das Beste draus zu machen.
Ich bin frech, so bin ich auf die Welt gekommen und so steige ich auch in die Kiste.
Es geht hier auch nicht immer nur um Krebs, Krankheit und Tod. Dazu ist mir meine Zeit echt zu schade. Natürlich ist das alles immer mal Thema, aber es gibt auch noch andere Dinge in meinem Leben.

Man kann sich hier in eine Liste eintragen und wird dann automatisch über neue Einträge informiert.
Ich selbst kann aber nicht sehen, wer diese Information bekommt !!

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Freunde sind Engel, die uns wieder auf die Beine helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben wie man fliegt.
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Verfasst am 30.10.2012 09:15:25 Uhr
Neue Blogseite
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Warum auch immer, heute geht diese Seite wieder.
Ich blogge ab jetzt aber an einer anderen Stelle und zwar hier:

neue Blogseite





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Verfasst am 18.10.2012 19:18:55 Uhr
Angekommen

Gestern bin ich relativ stressfrei und entspannt hier in der Rehaklinik angekommen. Ich wurde am Empfangstresen schon mit meinem Namen angesprochen und sehr freundlich begrüßt. Mein Gepäck stand bereits im Zimmer. Das Zimmer ist nüchtern, aber praktisch und ausreichend. Dann wurde mir mein Platz im Speisesaal gezeigt und die Abläufe dort erklärt. Alles sehr freundlich und persönlich.
Nach dem Essen kam eine Krankenschwester auf mein Zimmer und hat mich dort pflegerisch aufgenommen. Im Anschluss noch ein EKG und dann kam auch schon der Arzttermin. Also soooo gründlich und ausführlich bin ich schon seit Jahren nicht mehr untersucht worden. Dort wurden auch die Rehaziele abgesprochen und die gesamte Therapie. Ich bekomme genau die Anwendungen, die ich im letzten Jahr eigentlich gebraucht hätte. Über die Knochenmetas sind hier alle aufgeklärt und die stellen bei der Therapieplanung kein Problem dar. So wie der Plan jetzt aussieht, werde ich einiges von dem was ich möchte, auch umsetzen können und am Ende dann auch was erreicht haben.

Hier sind insgesamt 75 Patienten, was sehr überschaubar ist. Im gesamten Haus herrscht eine gute, persönliche und freundliche Stimmung. Es gab noch eine Führung durch alle Bereich und Fragen wurden beantwortet. Jeder der hier mit mir medizinisch zu tun hat, ist über mein gesamtes Krankheitsbild informiert, was sehr angenehm ist. Die Chefin steht auch mal im Flur und unterhält sich mit Patienten über Gott und die Welt. Die Küche ist gut und durchdacht. Es gibt sogar eine Patientenküche, in welcher man sich mal nen Kaffee kochen kann oder seine Dinge auch in einem Kühlschrank lagern.

Heute früh war zuerst das übliche Blutabnehmen und nach dem Frühstück ging es dann gleich los mit den Therapien. Gleich ein recht anstrengendes Programm, aber das ist ja auch das was ich möchte, sonst ist in drei Wochen nichts zu erreichen. Ich hatte heute auch gleich einen ersten Akkupunkturtermin. Die Ärztin möchte versuchen das Schwitzen und die Schmerzen damit ein wenig zu bessern. Jetzt wird zwei mal die Woche, mein linkes Ohr mit Nadeln gespickt die dann 20 Minuten stecken bleiben. Ich bin mal gespannt ob das was bringt. Immerhin übernehmen die Krankenkassenja inzwischen auch in bestimmten Fällen die Kosten für Akkupunktur, weil es ausreichend Beweise für Erfolge gibt.


Das Wetter ist einfach nur bombig. Relativ warm und schön sonnig. Ich saß eben noch bei 18 Grad am Strand und hab mir den Sonnenuntergang angesehen. Laut Wettervorhersage soll das noch ein paar Tage so bleiben.


Ein guter Anfang, ein sehr guter. Alles genau das Gegenteil von der letzten Scheiß-Reha. Ich werde hier einiges erreichen können und fühle mich rundum wohl und gut aufgehoben.

Hier könnt ihr sehen wie die Ostsee gerade aussieht und was das Wetter macht. Ich bin ca. einen Kilometer von der Cam entfernt. Livebild Ostsee





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Verfasst am 16.10.2012 23:05:17 Uhr
Bereit zum Start

Nachdem ich ja letzte Woche die Karte zur Gepäckabholung nicht erhalten habe, habe ich am Freitag das Telefon geschwungen. Endlose Warteschleifen, nervige Musik, unendliche Tastatureingaben, aber am Ende die Info, dass alles in Ordnung ist und eben nur die entsprechende Papiere noch nicht bei mir angekommen.
Gestern wurde dann auf die Minute pünktlich, mein Krempel abgeholt.
Wer mich kennt, weiß das ich nicht ohne Kaffeekochgerätschaften und entsprechende Utensilien verreise. Diesmal ist jetzt noch jede Menge Schlechtwetterausrüstung, einschliesslich Strandstuhl dabei…… ich muß es ja nicht schleppen.
Zuhause hab ich nochmal ordentlich gewühlt und alles so gerichtet, dass bei meiner Ankunft hier zuhause, alles in Ordnung ist. Während meiner Abwesenheit ist die Wohnung gut versorgt und unter Kontrolle. Da bin ich doch sehr froh, ein paar zuverlässige Menschen an meiner Seite zu haben.

Heute fand dann noch das Videointerview für das schon verlinkte Projekt Krankheitserfahrungen statt. Ich bin mal gespannt, was da am Ende bei rauskommt. Auf jeden Fall finde ich es super, dass sich da jetzt mal ein paar kompetente Menschen um die Dinge, um die Erkrankung herum, kümmern. Bis das alles dann aber irgendwann im Netz erscheint, wird es mind. noch 12 Monate dauern. Es ist also nicht sicher, dass ich das Ergebnis sehen werde.


Dann habe ich mich entschlossen, mein Fahrrad mit zur Reha zu nehmen. Man kann dort im Ort zwar auch Fahrräder mieten, aber das kann ich mir nicht leisten. Mit Fahrrad bin ich ein wenig beweglicher und kann leichter auch mal weg vom Klinikbereich. Außerdem muß ich dann mein Handgepäck auch nicht tragen und kann es auf dem Fahrrad transportieren.

Ich bin jetzt sehr gespannt, wie es dort wird und ob ich ein wenig von dem erreichen kann, was ich mir gerne vornehmen würde. Aber auch wenn das wieder alles nix wird, werde ich mir dort auf jeden Fall ein paar schöne Tage machen. Nach der in jeder Hinsicht katastrophalen Reha vom letzten Jahr, kann es eigentlich nur gut werden. Laut Wetterbericht wird zumindest in den ersten Tagen auch das Wetter mitspielen. Aber ich werde mir auch vom Wetter die Zeit nicht vermiesen lassen.
Ganz in der Nähe der Klinik ist auch ein großes Bad, mit großem Saunabereich. So habe ich auch für schlechtes Wetter und bei Leerlaufzeiten in der Klinik eine Ausweichmöglichkeit.
Der Ort selbst gibt nicht viel her und den kenne ich ja schon ein wenig von meinem Campingausflug vor ein paar Wochen.

Die Umstellung der Einnahmezeit meiner Schilddrüsenmedi hat sich als richtig erwiesen und ich bin tagsüber jetzt noch weniger müde. Ich hatte ja eine Studie gelesen welche Einnahmezeit und Patiententyp (Lerche/Eule) untersucht hat und zu dem Ergebnis kam, für Eulen ist die abendliche Einnahme viel sinnvoller…. und viel mehr Eule als ich das bin, kann man kaum sein. Also habe ich das umgestellt, erfolgreich. Man muß ja nach Einnahme immer ca. 45 Minuten warten, bis man frühstückt oder Kaffee trinkt. Da ich die Pille nun am Abend schlucke, hat sich das auch erledigt und ich kann sofort nach dem Aufstehen, meinen heißgeliebten Kaffee trinken und muß nicht mit einem Auge auf eine Uhr, die entsprechende Zeit abwarten. Also schon alleine dafür hat sich die Umstellung gelohnt.

Mein Internet reist natürlich auch mit mir und ich werde berichten.


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Verfasst am 10.10.2012 21:53:25 Uhr
Übliches Krankenhauschaos

Ich habe es wieder hinter mich gebracht und habe nun knapp sechs Monate bis zum nächsten Mal.
Am Sonntag mußte ich gegen Mittag zur stationären Aufnahme in der Klinik aufschlagen. Meinem Wunsch nach Unterbringung im alten Gebäude wurde überraschenderweise entsprochen. Erst mal ein guter Einstieg.
Mit mir im Zimmer eine 88-jährige Dame die bis auf Rücken, kerngesund ist, aber nonstop am jammern. Ich habe mir aber fest auf die Zunge gebissen und das Gejammer mit immer dicker werdendem Hals runtergeschluckt. Blöde Kuh… ich wäre froh, so gesund so alt zu werden und dass es dann an allen möglichen Ecken drückt und zwickt, ist doch wohl völlig normal und bietet nicht wirklich Anlass für großes Gejammer. Ich habe aber nicht wirklich was zu ihr gesagt. Die war derart um sich am kreisen, da hätte ich eh keine Erkenntnis erreichen können. Also spar ich mir die Worte.

Geplant war mein Eingriff für Montag 17 Uhr. Das heißt, ab Sonntag abend nix mehr zu essen und mein Magen hing gegen 17 Uhr dann irgendwo zwischen meinen Knöcheln. Auf vorsichtiges Nachfragen, so gegen 17.30 Uhr, wurde mir gesagt, dass ich abgesetzt sei. Also wurde mir was zu essen organisiert. Als das dann gut eine Stunde später mein Zimmer erreicht hat, kam der Arzt um die Ecke gedüst und meinte „nicht essen, es klappt doch noch, wird aber 20 Uhr werden“
Es wurde dann 21 Uhr bis ich abgeholt wurde.
Gegen 23 Uhr war ich wieder wach und *schock* mit einem Blasenkatheder ausgestattet . Das war jetzt der geschätzt 15. Stentwechsel und ich hatte noch nie nen Blasenkatheder danach. Auf solch ein Gebamsel zwischen den Beinen kann ich echt verzichten und habe das Ding natürlich auf Station sofort wieder entfernt. Glücklicherweise weiß ich wie man das richtig macht. Außerdem hat man mir keinen Cortisontropf mit 100 mg für 24 Stunden angehängt, sondern nur 20 mg Bolus gespritzt. Dadurch war ich natürlich recht aufgedreht und fit. Das notwendige Cortison habe ich dann per Pillen und 10mg weise, substituiert. Auf Nachfrage beim Stationsarzt bekam ich doch glatt die Auskunft „ das machen wir immer so“ Hahaha, verarschen kann ich mich auch selbst ganz gut. Aber ich habe wieder allen Ärger geschluckt und ihn einfach nur ausgelacht.
Auf jeden Fall war rein gar nichts wie abgemacht. Auch einen Stentausweis habe ich nicht erhalten, den ich aber auf alle Fälle immer wieder brauche, weil der bei allen Kontrolluntersuchungen immer vorgelegt werden muß *gggggrrrrrr*
Egal, ich habe mich sehr bemüht mich nicht zu ärgern, selbst erledigt was ich erledigen konnte und dann so schnell wie möglich am Dienstag wieder das Weite gesucht. Allerdings habe ich damit bis nach dem Mittagessen gewartet, denn nach dieser langen Hungerzeit und drei Tagen dort, waren die mir das noch schuldig.

Beim Versuch doch noch vor der Reha einen Implantatausweis zu bekommen, stand am Tresen hinter mir eine junge Frau, die ich im Internet ( Link ) schon gesehen hatte. Ich habe sie angesprochen und wir hatten ein kurzes und nettes Gespräch auf dem Flur und die umstehenden Schwestern haben alle lange Ohren gemacht. War echt lustig. Ich bin ja als „die mit dem Tattoo“ bei der einen oder anderen Betroffenen bekannt und so ähnlich haben wir uns dann auch einander vorgestellt


Jetzt bin ich schon mitten in den Reha-Vorbereitungen. Waschen und packen. Ich bin mal gespannt, ob die Papiere zum Gepäcktransport noch rechtzeitig kommen, denn wenn nicht, muß ich mir irgendwas einfallen lassen, da ich nicht in der Lage bin mit grossem Gepäck zu reisen.
Aber es wäre ja auch ein Wunder wenn so was mal ohne irgendwelche Komplikationen klappt. Da habe ich mich ja schon dran gewöhnt.

Nächste Woche findet dann noch das Videointerview zu dem Projekt Krankheitserfahrungen ( Link Projekt Krankheitserfahrungen) statt. Das wird auch spannend, zumal die Interviewerin und ich, per Telefon ein paar ganz ulkige Gemeinsamkeiten entdeckt haben. Unsere Söhne leben in der gleichen Stadt und sind auch etwa gleich alt.

Während der Reha werde ich lieben Besuch dort bekommen und da freue ich mich sehr drauf. Es wird sicher gut tun, mal ein paar Stunden mit einem gesunden, klinikfremden Menschen zu verbringen
Ich halte meine Erwartungen für die Reha absichtlich ganz klein und hoffe diesmal ein wenig mehr zu erreichen als bei der letzten Reha. Da dort ja gar nichts erreicht wurde, sollte das eigentlich möglich sein. Was die Jahreszeit und den Ort angeht, bin ich diesmal ein wenig besser ausgerüstet und hoffe dadurch viel mehr Zeit am Meer verbringen zu können.

Für Langeweile oder Ärger, habe ich auf jeden Fall keine Zeit und ich versuche zwischendurch, auch immer irgendwas zu unternehmen, was mit „krank“ auch im entferntesten so rein gar nichts zu tun hat. Nur noch ein unvermeidlicher Arztbesuch vor der Reha und das war es dann auch schon.

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Verfasst am 03.10.2012 15:44:34 Uhr
Partyalarm, Papiere, Stentwechsel, Reha, Resümee

Inzwischen war ich mal wieder auf einer grossen Goa-Party. Rappelvoll und alle nur guter Laune. Nachdem ich mich im letzten Jahr schon geistig von derartigen Veranstaltungen verabschiedet hatte, macht es jetzt natürlich umso mehr Spass. Noch immer profitiere ich von der Behandlung der Nebenniereninsuffizienz / M. Addison. Es gibt zwar seit einiger Zeit wieder ein paar neue und noch nicht wirklich einzuordnende Symptome, aber bisher schadet das meiner aktuellen Lebensqualität nur ganz gering. In meinem Stadium muß ich eben mit ein paar Einschränkungen leben, aber ich lebe noch und nur das zählt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr geht es mir blendend. Letztes Jahr um diese Zeit fingen alle an daran zu glauben, dass mein Sterben nun greifbar nahe ist. Irrtum

Auf dieses bescheuerte Schreiben meiner ehemaligen Krankenkasse habe ich nun zweigleisig reagiert. Einmal habe ich denen per Fax nochmal ihre eigene Kündigung und ein entsprechend klares Schreiben zukommen lasssen. Gleichzeitig habe ich sie per Mail aufgefordert, mir umgehend sämtliche erhaltenen Beiträge zurück zu erstatten. Mit Fristsetzung und was eben so dazugehört. Jetzt bin ich sehr gespannt wie die reagieren. Ernst nehme ich das sowieso nicht mehr. Wer könnte auch solche Idioten ernst nehmen. Aber wenn sie gerne Briefchen schicken und nerven……. Das kann ich auch
Ich habe mir sowieso angwöhnt, wenn irgendwer irgendwelche Unterlagen von mir einfordert, wird er sozusagen zugeschüttet. Ich habe hier Stapel von Befunden, Arztbriefen, Anträge bei Ämtern und Behörden liegen… das wird inzwischen immer ein recht ansehnliches Paketchen. Denn warum soll immer nur ich mich durch solche blödsinnigen Papierberge wühlen. Die sollen sich dann ruhig auch auf ähnlich sinnvolle Weise beschäftigen. Außerdem kann mir dann niemand vorwerfen, ich hätte nicht ausreichend informiert.

Jetzt stehen erst mal noch zwei Partys auf meinem Zettel. Dazwischen ist die zweite Aufnahmezeremonien-Papierkram Runde wegen des Stentwechsels. Da ich ja dazu wieder einige überflüssige Stunden diverse Wartezimmerstühle wärme, muß ein Ausgleich her. Also eine Party nach der zweiten Aufnahmerunde und dann nochmal eine Party vor der tatsächlichen stationären Aufnahme. Dann hab ich wenigstens einen Grund mich in ein Bett zu legen und zu schlafen.
Ich möchte den stationären Aufenthalt auch gleich dazu nutzen, die neuen Symptome mal ein wenig abzuklären. Wenn ich schon drei Tage dort rumliegen muß, kann das gleich mit erledigt werden.

Danach ist dann nochmal ein Termin bei der Onkologin und dann geht es zur Reha.
Ich bemühe mich, meine Erwartung an die Reha klein zu halten. Die Katastrophenreha vom letzten Jahr ist mir noch zu deutlich in Erinnerung. Diesmal bin ich zwar in einer völlig anderen Klinik, viel kleiner und persönlicher, aber dafür auch nur mit lauter Krebsleuten, also eine reine Krebs-Rehaklinik. Ob mir das nicht zuviel wird, kann ich noch nicht beurteilen. Ich hoffe mal auf ein paar nicht ganz so kaputt-therapierte Menschen mit ähnlicher Einstellung wie ich.
Ansonsten habe ich mir im Netz auch für diese Zeit schon mal Veranstaltungen notiert. Es gibt während meines Aufenthaltes dort, in der Nähe auch ein paar Partys die mir sicher gefallen werden. Ich muß vorher nur mal klären, ob ich nachts auch wieder in die Klinik reinkomme. Bei der letzten Reha wurde das Haus ja immer um 23 Uhr abgeschlossen ..... tja und um diese Zeit starten die Partys erst. Ne Nacht durchfeiern ist nicht so ganz mein Ding und paßt ja auch nicht wirklich in eine Reha. Aber so ein bisschen etwas anderes als drei Wochen, Tag und Nacht nur Krebskranke, wäre für den Rehaerfolg sicher nicht schlecht

Dieser Tage ist mir meine Urkunde von meinem Fallschirmsprung in die Hände gefallen. Das ist jetzt über ein Jahr her und war eines der letzten Dinge, bei denen ich körperlich noch so einigermassen gut drauf war ... auch schon wieder über ein Jahr her.



Wenn ich nun die letzten ca. 15 Monate mal geistig durchgehe, kommt einiges in mir hoch.

Etwa ab dem Zeitpunkt des Fallschirmsprunges ging es mit mir körperlich heftig bergab. Das war auch nicht nur meine eigene Wahrnehmung, sondern wurde von meinem Umfeld ebenso und noch schlimmer gesehen und bemerkt. (Erst letzte Woche habe ich jemanden getroffen, der schon Anfang diesen Jahres über meinen Tod informiert worden war und entsprechend verdattert aus dem Shirt guckte, als ich so quietschfidel aufgetaucht bin )
In einer derart beschissenen körperlichen Verfassung, mit gleich ein paar Krankheiten unterschiedlichster Art und vielen ätzenden und einschränkenden Symptome konfrontiert, mich dem Tod verdammt nahe fühlend, war ich auch nicht gerade eine auch nur annähernd ausgeglichene Stimmungskanone.
Die Menschen in meinem Umfeld, welche mich gut kennen und mögen, wußten das gut einzuordnen, hatten Verständnis, konnten fühlen was bei mir innen so abgeht und kamen damit klar. Naja, bis eben auf einen kleinen unehrlichen narzistischen Feigling. Der hat leider sein Verständnis oder Gefühl für die Situation und mich, in seinem Hosenladen verstaut. Bis auf diesen Mini-Heißluftbläser haben alle Menschen die mir wichtig sind, auch zu mir gehalten. Ich habe unter diesem Verlust zunächst sehr gelitten. Gelitten wie schon lange nicht mehr. Heute, so im Rückblick, weiß ich, dass dieses Leid auch in meiner Blauäugigkeit und meinem Optimismus begründet war. Klar hatten wir auch gute Zeiten und haben einiges zusammen unternommen, aber rückblickend hätte ich gerne drauf verzichtet und mich nicht darauf eingelassen. Klar hätte ich dann ein paar schöne Dinge nicht erlebt, aber dafür dann eben Andere. Dieses viele ´hätte` hinterher ist man immer schlauer.

Insgesamt geht es mir zur Zeit gut. Ich bin psychisch und physisch wieder da, wo ich vor dem kleinen Schisser mal war und auch wieder hinwollte. Es war nach der gemeinsamen Zeit nicht gerade leicht, wieder dort anzuknüpfen, aber mit Unterstützung von vielen ehrlichen und lieben, mir wichtigen Menschen, ist es geglückt. Vorübergehend muße ich ein paar Pillen mehr schlucken, aber die bin ich jetzt auch schon ein paar Wochen wieder los .

Letztes Jahr Silvester stand ich mutterseelenalleine (der kleine Feigling hüpfte notgeil und total besoffen irgendwo durchs Gelände, hat so rein gar nichts mitbekommen und dann natüüüürlich auch einen Filmriss) am eiskalten Ostseestrand und habe unter Tränen mein vermeintlich letztes Feuerwerk angesehen. Ich habe ja nun wirklich nicht nah am Wasser gebaut, aber so einsam und alleine am Strand, die abwesende besoffene Pappnase, dieses beeindruckende Feuerwerk über der Ostsee ... da waren die Tränen nicht zu bremsen.
Das psychische Loch, in welches ich nach der Feigling-Aktion gefallen bin, war sehr tief. Gleichzeitig hat mich das wahnsinnig geärgert. Da habe ich wieder neue Lebensqualität und –Lust geschenkt bekommen und werde gleichzeitig hinterrücks in ein schwarzes Loch gestossen ... ich will mein Leben geniessen und nicht rumheulen und leiden verdammt nochmal. Aber ich bin wieder (recht schnell) rausgekrabbelt und dabei haben mir viele liebe Menschen geholfen.

Zur Zeit bin ich mit meinem Leben zufrieden. Ich bin in etwa auf dem Stand wie vor der Entdeckung der ersten Metas. Natürlich ist das gesundheitlich nicht ganz realistisch, da ich ja entsprechend Pillen bekomme, die einen ganzen Teil der einschränkenden Symptome im Rahmen halten. Aber ich bin zufrieden da wo ich jetzt angekommen bin. Der Weg hätte ein einfacherer, weniger schmerzhafter sein können, aber den kann man sich eben nicht immer frei aussuchen. Das Ergebnis zählt.

Ich bin mir bewußt, dass sich das von einer Sekunde auf die Andere auch wieder umkehren kann, aber darüber mach ich mir dann einen Kopf, wenn es geschieht. Bis dahin werde ich weiter Party machen, Menschen treffen, mich durch Papierkriege kämpfen, das Negative ertragen und das Positive geniessen



Jetzt kommt meine meistgehasste Jahreszeit auf uns zu
Ich bin aber dabei, mir für die ersten schönen und warmen Tage im nächsten Jahr alles zusammen zu stellen und dann werde ich sofort wieder an die Ostsee fahren... Falls der Krebs vorher meint mich wieder einschränken zu müssen, ist das eben so. Jetzt gehe ich erst mal davon aus, das noch alles tun zu können. Umdenken kann ich, wenn nötig, dann immer noch.

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